Freimessen in "confined spaces" - Wie misst man Gase, ohne einen Raum zu betreten?

Mit Freimessen bezeichnet man die Ermittlung von Gefahrstoffen bzw. deren Konzentration sowie den Sauerstoffgehalt in einem engen Raum ohne Belüftung. Verbreitet ist hier die Bezeichnung „confined space“, welche auch auf Silos, Container, Behälter, Pipelines, Tunnel und andere geschlossene, kleine Räume zutrifft. Confined spaces sind keine regulären Arbeitsumgebungen, sondern Bereiche, in denen ab und an Wartungen, Inspektionen, Kontrollen usw. anfallen. Bei Arbeiten in solchen Bereichen muss jedes Mal vor dem Betreten eine Freimessung durchgeführt werden. Mit „Betreten“ ist hier bereits das Stecken des Kopfes in den geschlossenen Raum gemeint.

 

Worauf kommt es an?

Arbeiten in geschlossenen Räumen, in denen hohe Gefahrstoffkonzentrationen auftreten können, sind sehr gefährlich, weshalb vorher festgestellt werden muss, welche toxischen oder brennbaren Stoffe in welcher Konzentration auftreten und ob ein ausreichender Sauerstoffgehalt gegeben ist.
Messungen in confined spaces dürfen nur von fachkundigen und entsprechend geschulten Personen durchgeführt werden. Schließlich hängen Menschenleben von der korrekten Durchführung und der Richtigkeit der Ergebnisse ab.

 

Worin besteht die Gefahr?

Da man zumeist nicht genau weiß, welche Stoffe in confined spaces auftreten werden, verwendet man Mehrgasgeräte, die auf verschiedene gefährliche Substanzen ausschlagen. Gasmessungen in geschlossenen, engen Räumen gestalten sich anders als in offenen Industrieanlagen und dergleichen, da die Person, welche die Messung durchführt, sich selbst nicht im Inneren des confined spaces befinden darf. Das gilt auch für sehr kurze Zeitperioden wie beispielsweise bei einer Messung, denn eine hohe Konzentration von beispielsweise Kohlenmonoxid führt innerhalb von Sekunden zur Bewusstlosigkeit und danach zum Tod. Auch ein Atemschutz hilft nicht, da man vorher nicht weiß, vor welchem Gasen in welcher Konzentration man sich schützen muss, ob genügend Sauerstoff im Inneren des Raums vorhanden ist und ob explosive oder brennbare Gase auftreten.

 

Welche Geräte sind geeignet?

Um den Raum nicht selbst betreten müssen, verwendet man Gaswarner mit Sonden, um die Gaskonzentration von außen zu messen. Über eine Pumpe wird die Luft aus dem Raum durch einen Schlauch angesaugt, sodass die messende Person selbst keinem Risiko ausgesetzt ist. Wenn festgestellt werden konnte, dass die Luft im confined space über genügend Sauerstoff verfügt und frei von gefährlichen Stoffen ist, kann der Gaswarner nun im Inneren des Raums für kontinuierliche Messungen verwenden werden, um einen Alarm auszugeben, sobald die Gefahrstoffkonzentration ein bedenkliches Niveau erreicht hat.

Passende Geräte auf Gasmesstechnik.de

Dräger X-am 5600 Set (IR-Ex/CO2, O2, CO & H2S)
MSA Altair 5X Wireless (Ex (Pentan), O2, CO/H2S & IR CO2)
Honeywell Confined Space Kit für Geräte der BW GasAlertMicro-Serie

 

Quellen und weiterführende Informationen

"Handbuch zur Einführung in die Gasmesstechnik" von Dräger; Informationen zu confined spaces auf Seite 23
"Hazards of Confined Spaces" von Worksafe BC; Englisch